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portraitSchlumbohmJürgen Schlumbohm ist Historiker mit Schwerpunkt auf der Sozial-, Kultur- und Wirtschaftsgeschichte vom 17. bis 19. Jahrhundert. Er hat lange am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen geforscht und an verschiedenen Universitäten des In- und Auslands gelehrt, u.a. in Oldenburg, Braunschweig und Göttingen, Los Angeles, Paris und St. Petersburg.

Felder, auf denen er in den letzten Jahren besonders gearbeitet hat, sind:

  • Familie, Verwandtschaft und Kindheit
  • Geburt und Geburtshilfe
  • historische Demographie
  • ländliche Gesellschaften

coverLebendigePhantome

Sein jüngstes Buch „Lebendige Phantome. Ein Entbindungshospital und seine Patientinnen 1751-1830“ ist in Göttingen beim Wallstein-Verlag erschienen.

Frauen in bedrängter Lage begegnen Medizinern, die sich für den Fortschritt der Geburtshilfe stark machen. Wurden sie als Übungspuppen, als „lebendige Phantome“, benutzt, wie der Direktor einmal sagte?  mehr

 

Gegenwärtig befasst sich Jürgen Schlumbohm mit der Problematik anonymer Geburten, einem Thema, das aktuell kontrovers diskutiert wird – und die Menschen schon im 18. und 19. Jahrhundert bewegte.

  • Kürzlich erschienen ist die Fallstudie „Ein betagter Geistlicher in ‚schauderhafter Lage‘. Ein Konflikt um das dem Amt und Alter angemessene Verhalten (1843/44)“.  mehr
  • Ein „Geheimes Buch“ lädt zu kriminalistischer Spurensuche ein und enthüllt die Notlagen, in denen Frauen und Männer sich vor zweihundert Jahren für eine heimliche Geburt entschieden – und ihr Kind aufgaben.  mehr
  • Warum liegt das Doktordiplom eines jungen Mediziners aus guter Familie noch heute in den Gerichtsakten? Wie behalfen sich die Mütter seiner fünf unehelichen Kinder, als er keine Alimente zahlte?  mehr
  • Mit dem Versprechen, das Leben von Müttern und Kindern zu retten, warfen Mediziner sich zu Experten der Geburtshilfe auf und verwiesen Hebammen auf einen untergeordneten Platz. Konnten sie ihr Versprechen einlösen?  mehr

 

Accouchierhaus

Das Entbindungshospital der Universität Göttingen – als „Accouchierhaus“ bekannt – war eine wichtige Institution in dem Prozess, der die Geburtshilfe in die Zuständigkeit männlicher Ärzte überführte. Welche Rolle spielten die Frauen, die hier ihre Kinder zur Welt brachten? Darüber hat Jürgen Schlumbohm in den letzten Jahren mehrere Arbeiten veröffentlicht.


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